Würde von Bestattungen in Gefahr?

Sozialbestattungen sind Hauptthema bei 9. Hessischem Bestattertag in Gießen

26.03.2013 Bad Wildungen. Information, Diskussion und kollegialer Austausch – das bietet der 9. Hessische Bestattertag am 13. April in der Messehalle in Gießen. Das Hauptthema dreht sich um Sozialbestattungen.

Sozialämter müssen immer häufiger die Kosten für Bestattungen übernehmen. Doch längst nicht immer hält das Amt den Aufwand des Bestatters für angemessen. Mehr noch: Häufig verweigern die Behörden Leistungen, wie einen Gottesdienst oder einen Grabstein. Solche Leistungen sind aber wesentlich für die würdevolle Beisetzung und das Erinnern an den Verstorbenen.

Wer diesem Fall zu Lebzeiten vorbeugen möchte, kann eine private Bestattungsvorsorge abschließen. Doch obwohl das Bundessozialgericht dieser zweckgebundenen Vorsorge höchstrichterlich Bestandsschutz einräumt, zwingen manche Sozialämter Betroffene, sie aufzulösen. Zurück bleibt dann nur das Schonvermögen von 2600 Euro. Das Schonvermögen aber ist bei einer Bestattungsvorsorge nicht anzurechnen.

Was folgt daraus für Verbraucher und Unternehmen? Sind wir vielleicht auf dem Weg in ein Bestattungsprekariat, bei dem das Recht auf eine würdevolle Bestattung zur Farce wird?

Eine Podiumsdiskussion mit hochgradigen Referenten greift dieses aktuelle Thema beim 9. Hessischen Bestattertag auf. Es diskutieren Wolfgang Eicher, Vorsitzender Richter des Bundessozialgerichtes, die hessische Landtagsabgeordnete Ellen Enslin (Bündnis 90/Die Grünen), Stephan Gieseler (Direktor des Hessischen Städtetages), Hermann Weber (ehemaliger Vorsitzender der Verbraucherinitiative Aeternitas) und Hermann Hubing (Geschäftsführer hessenBestatter). Die Moderation übernimmt Klaus Pradella vom Hessischen Rundfunk (hr 4).

Untermauert wird dieses Gespräch mit Ergebnissen einer eigens durchgeführten Blitzumfrage des Verbandes. Zum ersten Mal bekommen hessische Betriebe die Chance, von ihren Erfahrungen zu berichten. Eins deutet sich bereits jetzt an: Die Zahlen sind ernüchternd, die Lage für Bestatter ernster als gedacht.

Zu den weiteren Themen der Fachtagung: Wie werden Bestattungsräume mit Licht, Farbe, Ton und Einrichtung zu harmonisch gestalteten Trauerräumen? Die Innenarchitektin und Fachplanerin für Bestattungsräume, Iris Zetsche, gibt einen Einblick. Darüber hinaus erklärt Dr. Kirsten Gernig von der „Agentur für KommunikationsGestaltung“, welche Wege zum unternehmerischen Erfolg führen. Gernig verspricht, die „sieben Geheimnisse der erfolgreichsten Bestatter“ zu lüften.

Gelegenheit für kollegialen Austausch bekommen die Kongressteilnehmer bei einem Abend-Event mit Hessischem Spezialitätenbuffet und musikalischem Rahmenprogramm.

Veranstalter des 9. Hessischen Bestattertages ist das Deutsche Institut für Bestattungskultur (DIB) gemeinsam mit dem Landesinnungsverband für das hessische Bestattungsgewerbe, hessenBestatter. Angesprochen sind alle Bestattungsunternehmen Deutschlands, insbesondere Mitgliedsbetriebe von hessenBestatter. Der Kongress ist eingebettet in die 2. Hessische Messe für Bestattungskultur PAX.