Rückblick auf die Südwestdeutsche Bestattertagung

Erneut ein voller Erfolg war die 16. Auflage der südwestdeutschen Bestattertagung in Saarbrücken-Von der Heydt. Unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes, Monika Bachmann, kamen Bestatter aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zusammen. Begleitet wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellung von Partnern des Bestattungsgewerbes, darunter die vereinigte Feuerbestattung Saar, Sarghändler, Fahrzeug- und Berufskleidungsanbieter sowie die IKK Südwest.
Thematisch lieferte die Tagung eine Bandbreite aktueller Information aus der Branche. So berichtete Geschäftsführer Michael Peter von der Bestatterinnung des Saarlandes über die Auswirkungen der Verbraucherrichtlinie auf den Bestattungsvertrag und stellte ein überarbeitetes Vertragsmuster mit Widerrufsbelehrung sowie einer Klausel über den Verzicht auf das Widerrufsrecht vor. Auch ging Peter auf die nicht vermuteten Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf das Bestattungsgewerbe ein, etwa bei geringfügigen Beschäftigungen oder bei der Zusammenarbeit mit Überführungsdiensten.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch Staatssekretär Stefan Kolling als Vertreter der Ministerin, der die aktuellen Entwicklungen beim saarländischen Bestattungsgesetz ansprach. Kolling verwies darauf, dass das Gesetzt bereits sehr viele Möglichkeiten zu unterschiedlichen Bestattungsformen eröffnet, so etwa durch speziell gewidmete Waldstücke zur Urnenbestattung oder oberirdische Grabkammern. Die erneute Diskussion, angeregt durch die Veränderungen in Bremen mit dem dort möglichen Verstreuen von Totenasche im privaten oder öffentlichen Raum, verstößt seiner Auffassung nach gegen die Würde des Menschen und den bisherigen Leitgedanken des Gesetzes: „Nach wie vor soll der Friedhof der wichtigste Ort zum Angedenken und zur Wahrung der Würde des Menschen über den Tod hinaus sein.“

Kolling scheute sich auch nicht, auf das Thema Sozialbestattungen einzugehen. Das Ministerium erkenne an, dass es seit der letzten Veränderung des Vertrages über Sozialbestattungen im Saarland erhebliche Kostensteigerungen gegeben hat. Nach fast 15 Jahren müssten sich diese auch in der Vereinbarung der Sozialhilfeträger mit den Bestattungsverbänden niederschlagen, damit weiterhin eine würdige Bestattung von Sozialhilfefällen gewährleistet sei. Der Staatssekretär kündigte zudem an, dass im Rahmen der anstehenden Novellierung des saarländischen Bestattungsgesetzes die bisherige Unvereinbarkeitsregelung von bestimmten Tätigkeiten (etwa im Nahrungsmittelgewerbe oder in der Pflege) mit dem Bestattungsberuf überdacht werden soll.

Über diesen und alle weiteren Veränderungen werde man im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens mit der Bestatterinnung sprechen, versprach Kolling und lobte die bisher übermittelten Vorschläge der Bestatterinnung zur Neufassung der Todesbescheinigung.

Im Anschluss an die Ausführungen des Staatssekretärs berichtete der Fachgruppenvorsitzende Peter Schneider aus Saarbrücken über die bisherigen Gespräche mit den Sozialhilfeträgern im Saarland. Er erhielt ein einstimmiges Votum dafür, dass der seit 2001 bestehende Vertrag über die Abrechnung von Sozialbestattungen zum Ende des Jahres gekündigt wird.

Weitere Themen waren das Aneignungsrecht der Krematorien bei Metallen, die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Seelsorgern und Bestattern sowie ein Beitrag der Augenärztin Dr. Mona Bischoff vom Universitätsklinikum des Saarlandes zu der Frage, wie Bestatter dabei helfen können, dass Hornhautpflanzungen als Teil der Organspende häufiger vorgenommen werden können.