Buchvorstellung: Der Tod! Mal ganz offen gesprochen …

Der Tod ist ein grausiges Sujet. Wahlweise assoziiert man es mit gruseligen Leichen oder der ungeliebten eigenen Vergänglichkeit. Eigentlich will keiner so richtig darüber reden. Doch wenn das Gespräch darauf kommt, hat jeder etwas zu erzählen. Der Tod ist überall, wir werden alle sterben.
In Film und Fernsehen sind täglich Tote zu sehen, in Büchern metzeln Killer Menschen dahin und Computerhelden erschießen sich gegenseitig. Überall sieht man tote Menschen, aber der richtige, der echte Tod, der uns erwartet, den nehmen wir nicht wahr. Das Thema vermeiden wir lieber, darüber spricht man nicht.
Juliane Uhl sieht das anders und schaut ganz genau hin. Die Soziologin arbeitet in einem Krematorium und hat mehr Tote um sich, als jeder Bestatter. In ihrem Buch DREI LITER TOD – Mein Leben im Krematorium beschreibt sie, was tot sein in Deutschland eigentlich bedeutet. Ihre Erfahrungen sind spannend, informativ, sehr emotional und manchmal auch witzig. Selten hat jemand so lebendig und klar über den Tod geschrieben. Das Buch ist keine Hilfe für Menschen, die gerade trauern. In seiner Klarheit, der sehr konkreten Wortwahl und den Bildern, die im Kopf entstehen, ist es der Eisbrecher für das Tabuthema Tod. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen, es ergreift den Leser und nimmt ihn mit „DREI LITER TOD sollte nie ein Fachbuch werden, sondern eine Geschichte vom Tod, die unterhält" sagt die junge Autorin, die mit ihrem Mann und zwei Kindern in Halle (Saale) lebt.
DREI LITER TOD ist ein unterhaltsames und fesselndes Buch über das Lebensende. Und es ist das, was der verstorbene US-amerikanische Professor Randy Pausch einen HEAD FAKE nennt, eine mentale Täuschung: Denn eigentlich geht es in DREI LITER TOD vor allem um eines, um das Leben.

„DREI LITER TOD – Mein Leben im Krematorium" ist im Kösel Verlag unter der ISBN: 978-3-466-37131-0 erschienen und kostet 17,99€.

Mehr Infos: www.julianeuhl.de