Vatikan untersagt das Verstreuen der Asche Verstorbener

20.11.2016. Die Asche katholischer Verstorbener darf nicht verstreut oder aufgehoben werden. Dies geht aus einer neu veröffentlichten Anweisung der vatikanischen Glaubenskongregation hervor („Ad resurgendum cum Christo" – Um mit Christus aufzuerstehen).
Im Fall einer Feuerbestattung müsse sichergestellt werden, dass die Überreste des Toten „an einem heiligen Ort die letzte Ruhe finden", sagte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller. Dazu gehörten ein Friedhof, eine Kirche oder ein anderer autorisierter Andachtsort.
Nur so sei gewährleistet, dass der Verstorbene nicht vom Andenken ausgeschlossen, vergessen oder respektlos behandelt werde. Entsprechend „ist es nicht erlaubt, die Asche des gläubig Verstorbenen in der Luft, an Land, auf See oder in irgendeinem anderen Weg zu verstreuen; auch darf sie nicht in Andenken, Schmuckstücken oder anderen Objekten aufbewahrt werden".

Die katholische Kirche ließ die gegenüber dem Sargbegräbnis günstigere und umweltfreundlichere Bestattungsform der Einäscherung erst im Jahr 1963 zu. Zuvor hatte sie diese als heidnische Praxis abgelehnt, die dem Kernglauben der Auferstehung widerspreche.
Der „ältesten christlichen Tradition entsprechend" empfehle die Kirche jedoch weiterhin, dass Tote beerdigt würden, so Müller. Wer öffentlich seine spätere Einäscherung und Verstreuung der Asche „aus dem christlichen Glauben entgegenstehenden Gründen" verlange, müsse damit rechnen, dass ihm eine katholische Bestattung verweigert werde.
Immerhin dürfen Katholiken unter den Bäumen der in Deutschland immer beliebteren Friedwälder ihre letzte Ruhe finden. Allerdings muss dann der Name des Verstorbenen klar erkennbar sein, betonte Kardinal Müller. Denn auch anonyme Bestattungen widersprechen dem christlichen Glauben.
Quelle: dpa / Bildquelle: pixabay