Maurizio Harle gewinnt "Die Gute Form" Hessen 2017

03.11.2017. Mit seinem 10° schrägen Schreibtisch überzeugte Maurizio Harle aus Grebenstein die Jury von „Die Gute Form – Tischler gestalten ihr Gesellenstück" 2017 auf hessischer Landesebene. Am 26. Oktober fand die Siegerehrung im Hessischen Landtag statt. Für den Wettbewerb übernahm Landtagspräsident Norbert Kartmann die Schirmherrschaft.

Alle Sieger Weisbeck Nau Schäfer Harle Guber Hubing

V.l.n.r.: Marcus Weisbeck erhielt eine Belobigung, Landesinnungsmeister Reinhard Nau, Tim Schäfer belegte Platz drei, Platz eins ging an Maurizio Harle, Fee Guber bekam den zweiten Platz und Geschäftsführer von hessenTischler Hermann Hubing (Foto: hessen
Tischler).

Der jährlich durchgeführte Wettbewerb „Die Gute Form" hat zum Ziel, den Stellenwert der Gestaltung im Tischlerhandwerk in den Fokus zu nehmen. Er trägt dazu bei, junge Tischler/innen zu motivieren, sich mit guter Gestaltung und Formen auseinanderzusetzen.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus Regina Adamczak (Redakteurin und Schreinermeisterin BM Fachmagazin für Innenausbau, Möbel, Bauelemente), Dr. Sabine Runde (Kuratorin Museum für angewandte Kunst in Frankfurt am Main) und Hans-Christoph Bittner (Formgebungsberater Tischler NRW) zusammen.

Für den ersten Platz konnte Maurizio Harle (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Austermühle, Grebenstein) die Jury mit seinem 10° schrägen Schreibtisch überzeugen. Der titelgebende Winkel 10° bestimmt die Komposition von Beinen und Korpus. Die Leichtigkeit in der Wirkung entsteht durch das gut proportionierte Verhältnis von Linien und Flächen. Die kühle Farbgebung der Lackierung im Verhältnis zu den hellen Holzelementen gibt dem Möbel einen aktuellen, skandinavischen Touch. Harle kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro und über einen Bildungsgutschein der Holzfachschule Bad Wildungen freuen.

1. Platz

Das Siegerstück: Der 10° schräge Schreibtisch von Maurizio Harle (Foto: hessenTischler).

Platz zwei belegte Fee Guber aus Nidda (Ausbildungsbetrieb Design in Holz – Ingo Hofmann GmbH, Laubach-Freienseen) mit ihrem hängenden Sideboard aus Eiche furniert oder lackiert. Die Jury überzeugte das weiß-lackierte Stück mit seiner klaren Form, das durch das mittige Schubkastenteil in Eiche, welches sich nach unten verjüngt, harmonisch gegliedert ist. Das Sideboard hat einen besonderen Akzent – die modisch ausgefrästen, hinterleuchteten Ornamente an der linken Seite fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Guber erhält für den zweiten Platz einen Scheck in Höhe von 350 Euro.

2. Platz

Für ihr hängendes Sideboard erhielt Fee Guber Platz 2 (Foto: hessenTischler). 

Der dritte Platz geht an Tim Schäfer aus Marburg (Ausbildungsbetrieb Fus + Sohn GmbH, Kirchhain-Großseelheim), der einen Couchtisch aus Nussbaum und Weißlack präsentierte. Überzeugen konnte er die Jury durch den drehbar eingespannten Korpus, der dem gradlinig und reduzierten Möbel ein veränderbares und spielerisches Moment gibt. Mit der zeitlosen Gestaltung des Stücks wird dieses in jeder Wohnung einen schönen Platz finden. Platz drei ist mit einem Preisgeld von 200 Euro dotiert.

3. Platz

Tim Schäfer belegt mit seinem Couchtisch Platz drei (Foto: hessenTischler). 

Eine Belobigung erhielt Marcus Weisbeck aus Großenlüder (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Eugen Schramm, Petersberg) für seinen Schreibtisch in Eiche und imi-Beton. Der Schreibtisch mit seinem Korpus aus dunkelgrauem imi-Beton ist zwar ein schon gesehenes Möbel, versteht es aber, über Formgebung und Materialwahl und unter Verzicht auf den klassischen hell-dunkel Kontrast Spannung zu erzeugen. Für seine Belobigung erhält Weisbeck einen Scheck über 50 Euro.
Belobigung

Für seinen Schreibtisch erhielt Marcus Weisbeck eine Belobigung (Foto: hessenTischler). 

Die Siegerehrung eröffnete der Hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann. Er gratulierte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ihren Erfolgen und ermutigte sie, „heute nicht aufzuhören, sondern weiterzugehen! Mehr Engagement. Wer sich nicht anstrengt, wird weniger Erfolg haben." In seinem Grußwort sagte er, „das Handwerk ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft".

Landesinnungsmeister Reinhard Nau lobte in seiner Ansprache, dass die ausgestellten Stücke zeigen, wie „lebendig und vielfältig das Tischlerhandwerk ist". Er gratulierte den Teilnehmenden, die bereits alle Siegerinnen und Sieger auf Innungsebene sind. Kein Stück sei wie ein anderes, wenn man sich die Ausstellung ansehe. Die Aufgabe der jungen Gesellinnen und Gesellen ist es, „nicht nur den Geschmack widerzuspiegeln, sondern auch weiterzuentwickeln".

Auch Obermeister Ralf Lenz (Innung Wiesbaden Rheingau-Taunus) sprach seine Begeisterung für die Stücke aus: „Wenn ich Ihre Stücke sehe, dann kann ich nur sagen, das Handwerk hat eine goldene Zukunft!"

Insgesamt hatten sich 14 junge Tischlerinnen und Tischler mit ihren Gesellenstücken beworben.